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Waldeck-Frankenberg. Mit einer großen Portion Willenskraft, einer Prise Kampfgeist und einem guten Schuss Selbstbewusstsein hat sich Beate Friedrich auf einen spannenden Weg gemacht. „Die Arbeit als Gleichstellungsbeauftragte ist ein bisschen wie ein 10 000-Meter-Lauf", sagt die 45-Jährige und scheut die Herausforderung doch nicht. Am 1. April hat die Nachfolgerin von Margret Richter-Tappe ihr neues (Frauen-) Büro im Kreishaus bezogen.
Kaum war der Startschuss am 1. April ertönt, machte sich Beate
Friedrich auf die Socken. „Die Fußspuren meiner Vorgängerin sind groß", sagt sie selbst, „schließlich war sie die erste und bisher einzige Frau an der Spitze des Frauenbüros und hat hier wunderbare Arbeit gemacht". Doch auch um ihre eigenen Spuren sorgt sie sich nicht. Man brauche Ausdauer, gute Puste und die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren, um das Ziel des Dauerlaufs zu erreichen. „Und ich bin sicher: Mit kleinen Schritten komme ich ans Ziel", sagt sie selbst.
Und das liegt ihr klar vor Augen: Sie will die Frauen im Landkreis stärken, ihnen bei Problemen im Beruf wie im Privatleben zur Seite stehen. „Widerstand und Machtkämpfe bin ich gewohnt", sagt die gebürtige Bad Wildungerin und hat keine Angst vor Gegenwind. Vor 20 Jahren habe man eine Frauen- oder Gleichstellungsbeauftragte noch belächelt: „Aber die Zeiten haben sich geändert", ist sie sicher. Die Benachteiligung von Frauen aber gebe es immer noch. „Es darf nicht sein, dass 23 Prozent der Frauen weniger verdienen als gleich qualifizierte Männer", erklärt sie, „oder dass nur 30 Prozent der Führungsposten in Deutschland von Frauen besetzt sind". Im Frauenbüro immerhin hat nach wie vor eine qualifizierte Frau das Sagen:
Nach ihrer Ausbildung zur Diätassistentin absolvierte Beate Friedrich ein Aufbaustudium der Ernährungsmedizin in Düsseldorf, arbeitete dann zehn Jahre in einer Klinik in Reinhardshausen, bevor sie 1994 in den Gesundheitsbereich der AOK wechselte. Nach einer Projektarbeit in Kassel bewarb sie sich 2001 als Lebensmittelkontrolleurin und wechselte vier Jahre später ins Landratsamt nach Frankenberg. Bereits 2006 bewarb sie sich als Stellvertreterin von Margret Richter-Tappe und bekam den Job.
„Ich freue mich nun, die Projekte, die wir teilweise schon gemeinsam begonnen haben, weiterzuführen", erklärt Beate Friedrich. Dabei will sie hauptsächlich aus dem bereits Bestehenden schöpfen. „Aber mit der Zeit werde ich eigene Akzente setzen können", kündigt sie an und denkt dabei vor allem an den Gesundheitsbereich. Neben aktuellen Projekten wie dem runden Tisch gegen Gewalt, dem Bündnis für Familie und Beruf oder dem Frauenhaus stehen auch die ganz alltäglichen Probleme der Frauen im Landkreis auf der Tagesordnung.
Rund sechsmal klingelt wöchentlich das Telefon im Frauenbüro: „Dann suchen Frauen Rat bei Fragen rund um Mobbing, Scheidung oder Gewalt", erklärt Beate Friedrich und verspricht: „Mir geht so schnell nicht die Puste aus".
Die Gleichstellungsbeautragte Beate Friedrich ist unter Telefon 05631/954-317 im Korbacher Kreishaus erreichbar.
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