Vorbild des Monats: Manfred Rummel und Pfarrer Horst Rühl


Netzwerk für Palliativpatienten


Waldeck-Frankenberg (nv). Menschen, die unheilbar krank sind, wünschen sich oft nichts sehnlicher, als die verbleibende Zeit zu Hause zu verbringen und im Familienkreis zu sterben. Diesen letzten Wunsch zu erfüllen, stellt Angehörige, Ärzte und Pfleger nicht selten vor Probleme: Was ist zum Beispiel bei Komplikationen zu tun? Ist der Aufenthalt im Krankenhaus in diesem Fall nicht doch vorzuziehen? Niemand  möchte sich später den Vorwurf machen, nicht alles für den Patienten getan zu haben.

Um die „Betreuung für schwerstkranke und/oder sterbende Patienten" sowie ihre Angehörigen im Landkreis flächendeckend zu koordinieren, gründete sich am 29. April das „Palliativ- und Hospiz-Netzwerk Waldeck-Frankenberg".
Hilfe im letzten Lebensabschnitt: die Vorsitzenden des Palliativ- und Hospiz-Netzwerkes, Manfred Rummel (r.) und Pfarrer Horst Rühl.(Foto: nv)
Mehr als 30 Fachleute aus dem Gesundheitswesen waren im Korbacher Stadtkrankenhaus zusammengekommen, 28 Anwesende trugen sich in die Gründerliste ein. Dazu zählen 15 Personen (Ärzte und Pflege-/Palliativfachkräfte) und 13 Institutionen. Dabei sind: DRK-Kreisverband Korbach-Bad Arolsen, Pflegedienst Kern und Rummel (Korbach), Diakoniegesellschaft Wal-deck-Frankenberg, Stadtkrankenhaus Korbach, Wal-decksches Diakonissenhaus Bad Arolsen, Ökumenisches ambulantes Hospiz Korbach, Ambulanter Hospizverein Frankenberg, Stiftung Hospital St. Elisabeth (Frankenberg), DRK-Ortsverein Bad Wildungen, Kreiskrankenhaus Frankenberg, DRK-Kreisverband Frankenberg und Diakoniestation Korbach-Upland.

Der neue Verein, der aus dem „Runden Tisch Palliativpflege" hervorgegangen ist, kooperiert mit dem Rot-Kreuz-Krankenhaus in Kassel, das einen „Integrierten Versorgungsvertrag" mit den Krankenkassen in Hessen geschlossen hat. Das Netzwerk soll wie folgt funktionieren: Patienten oder deren Angehörige melden sich in der Zentrale des Korbacher Krankenhauses. Von dort werden sie an den Pflegedienst vermittelt, der Bereitschaft hat. Reicht die Versorgung nicht aus, informiert dieser den Bereitschaftsarzt und gegebenenfalls einen Palliativmediziner.

„Ich bin überzeugt, das ist ein Meilenstein für die Palliativpatienten im Kreis", betont Manfred Rummel. Der Korbacher, der einen Pflegedienst betreibt, wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Stellvertretend für den gesamten Verein werden Rummel sowie der zweite Vorsitzende, Pfarrer Horst Rühl vom Waldeckschen Diakonissenhaus in Bad Arolsen, als „Vorbild des Monats" nominiert.


„Meilenstein für Palliativpatienten im Kreis"


Großes Interesse an Gründung des „Palliativ- und Hospiz-Netzwerks Waldeck-Frankenberg" – Vorstand gewählt


28 Anwesende unterzeichnen die Vereinssatzung und zählen damit zu den Gründungsmitgliedern (siehe Daten und Zahlen). Umgehend wählen sie die Mitglieder des ersten Vorstands, die den Verein in den nächsten zwei Jahren vertreten werden: Vorsitzender ist Manfred Rummel. Er betreibt in Korbach mit seinem Partner Raymund Kern einen Pflegedienst und leitete bereits den „Runden Tisch Palliativpflege", aus dem das Netzwerk hervorgeht. Als Stellvertreter steht ihm Pfarrer Horst Rühl vom Waldeckschen Diakonissenhaus Bad Arolsen zur Seite. Dr. Gabriele Schalk, Internistin und Palliativmedizinerin im Kreiskrankenhaus Frankenberg, übernimmt das Amt der Schriftführerin. Armin Müller, Geschäftsführer des Korbacher Stadtkrankenhauses, zeichnet für die Finanzen verantwortlich. Beisitzer Dr. Joachim Sander, Oberarzt am Krankenhaus Frankenberg, komplettiert das Team.

„Es wird eine nicht ganz einfache Aufgabe sein, die Palliativversorgung im Landkreis aufzubauen", betont Versammlungsleiter Gerd Brückmann, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Korbach-Bad Arolsen, als er an Rummel übergibt. „Ich bin überzeugt, das ist ein Meilenstein für Palliativpatienten im Kreis", betont der Vorsitzende, für den die Gründung „eine Herzensangelegenheit" ist.

„Unser Ziel ist nicht die Heilung, sondern der Erhalt der Lebensqualität im Endstadium einer Krankheit", hatte Rummel bereits in der vergangenen Woche im WLZ-FZ-Gespräch berichtet. „Die Menschen sollen in Ruhe und Würde zu Hause sterben können." Um die Palliativversorgung zu gewährleisten, haben die Krankenkassen in Hessen „Integrierte Versorgungsverträge" mit onkologischen Zentren geschlossen, zum Beispiel mit dem Rot-Kreuz-Krankenhaus in Kassel. Der Verein wird Kooperationspartner der Klinik und erhält pro IV-Patient eine Pauschale von 1600 Euro – abzüglich rund 15 Prozent für die Klinik, die laut Rummel ständig für „Sekundärbereitschaft" sorgt. Details klärt der Vorstand in den nächsten Wochen.

Das Netzwerk soll wie folgt funktionieren: Patienten oder deren Angehörige melden sich in der Zentrale des Korbacher Krankenhauses. Von dort werden sie an den Pflegedienst vermittelt, der Bereitschaft hat. Reicht die Versorgung nicht aus, informiert dieser den Bereitschaftsarzt und gegebenenfalls einen Palliativmediziner. Derzeit verfügen in Waldeck-Frankenbergs Mittelzentren 18 Pflegekräfte über die Fachausbildung. Rund zehn ausgebildete Palliativmediziner stehen im Kreis bereit, weitere sind in Ausbildung.

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