Vorbild des Monats: Oliver Breysach


600 Bedürftige an Korbacher Tafel

Korbach (nv/lb). „Essen, wo es hingehört"– unter diesem Leitsatz versorgen die Mitglieder des Bundesverbandes Deutsche Tafel bundesweit bedürftige Menschen mit Lebensmitteln.

Als im November 2006 der Korbacher Tafelladen in der Wildunger Landstraße eröffnete, kamen 15 Kunden. Im Februar 2009 packten die rund 35 ehrenamtlichen Helfer Kisten für 420 Erwachsene und 196 Kinder – eine herausragende Leistung, für die Vorsitzender Oliver Breysach stellvertretend für die gesamte Mannschaft als „Vorbild des Monats" nominiert wird.
Oliver Breysach

„Wir haben das Maximum dessen erreicht, was wir leisten können", berichtet Breysach. Freiwillige Helfer für den Einsatz im Tafelladen oder Fahrer, die Lebensmittelspenden in den rund 20 Geschäften und Supermärkten in der Region abholen, sind daher jederzeit willkommen.

Erleichterung erhofft sich der Vorsitzende ebenfalls von der geplanten Zusammenarbeit mit der Johanniter-Unfallhilfe. „Wir prüfen derzeit, ob Zivildienstleistende bei uns eingesetzt werden können", erläutert Breysach.

Was passiert, falls die Wirtschaftskrise Korbach trifft und die Zahl der Bedürftigen steigt, mögen sich die Tafel-Mitarbeiter nicht ausmalen. Sie befürchten eine Kettenreaktion: Steht weniger Geld bereit, wird weniger eingekauft. Auch die Märkte wirtschaften sparsamer, so dass weniger für die Tafel übrig bleibt, die aber mehr Menschen versorgen muss.

Unter diesen Vorzeichen ist die ehrenamtliche Arbeit des Teams allerdings umso wichtiger – denn die Tafeln „helfen Menschen, schwierige Zeit zu überbrücken, und geben ihnen dadurch Motivation für die Zukunft", formuliert der Bundesverband den Tafel-Gedanken im Internet unter www.tafel.de.

Wer die Korbacher Tafel unterstützen oder weitere Informationen erhalten möchte, meldet sich bei Vorsitzendem Oliver Breysach unter Telefon 05631/61444.


„Wir haben das Maximum erreicht"


Helfer am Limit: Korbacher Tafel unterstützt mehr als 600 bedürftige Menschen mit Lebensmitteln


Die Korbacher Tafel hilft seit November 2006 bedürftigen Menschen, die nicht genug Geld für ihr tägliches Brot haben: Für einen symbolischen Euro gibt es im Tafelladen in der Wildunger Landstraße Kisten mit Lebensmitteln für diejenigen, die sie sich sonst nicht leisten können.

420 Erwachsene und 196 Kinder versorgt die Tafel derzeit. „Die Zahl ist bislang noch relativ stabil", sagt Vorsitzender Oliver Breysach. Doch schon jetzt sei das ehrenamtliche Personal „bis an die Oberkante ausgelastet". Rund 35 Helfer opfern ihre Freizeit für den Einsatz im Tafelladen oder als Fahrer, die in den etwa 20 Geschäften und Supermärkten in der Region Lebensmittel-Spenden abholen.
Packt Kisten mit Lebensmitteln für Bedürftige: das Team der Korbacher Tafel um zweiten Vorsitzenden Poki Sayeed (2. v. r.) im Laden in der Wildunger Landstraße. (Foto: Archiv/lb)
„Wir haben das Maximum dessen erreicht, was wir leisten können", sagt Breysach. „Wenn ein oder zwei Leute krank werden, dann haben wir ein Problem", ergänzt sein Stellvertreter Poki Sayeed. Die Situation etwas entspannen könnte künftig eine Zusammenarbeit mit der Johanniter-Unfallhilfe: „Wir prüfen derzeit, ob Zivildienstleistende bei uns eingesetzt werden können", so Breysach.

Schon seit April 2007 muss die Tafel außerdem Lebensmittel hinzukaufen, da das, was die Märkte dem Verein kostenlos überlassen, nicht ausreicht, um alle Kunden zu versorgen. Geldspenden machen das derzeit noch möglich.

Hinzu kommen steigende laufende Kosten: Durch eine EU-Verordnung ist die Tafel gezwungen, die Kühlkette – die durchgängige Kühlung beim Transport vom Markt zum Tafelladen – einzuhalten. Der Verein konnte nicht mehr kostenlos auf Fahrzeuge der Johanniter-Unfallhilfe zurückgreifen, sondern musste einen Kühlwagen anschaffen. „Wir stehen manchmal da und wissen nicht, wovon wir das Benzin bezahlen sollen", sagt der Tafel-Vorsitzende. Was passiert, falls durch die Wirtschaftskrise die Zahl der Bedürftigen auch in Korbach steigt, mögen sich die beiden Vorstandskollegen kaum ausmalen. „Das wird eine Kettenreaktion", befürchtet Sayeed: Wenn es mehr Bedürftige gibt, wird weniger eingekauft.

Die Folge ist, das auch die Märkte ihr Sortiment straffen und sparsamer mit ihren Waren umgehen – und so weniger für die Tafel übrig bleibt. „Weniger muss auf mehr verteilt werden", fasst der stellvertretende Vorsitzende zusammen. Ungewiss ist auch, ob die Tafel in den Räumen in der Wildunger Landstraße bleiben kann. Es existieren Pläne eines Investors, das Gebäude abzureißen und einen Discounter zu errichten. Ob das Projekt tatsächlich realisiert werde, sei bislang aber unklar, so Breysach.

Die Korbacher Tafel sucht ehrenamtliche Helfer. Infos bei Vorsitzendem Oliver Breysach unter der Telefonnummer 05631/61444.

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