Gestalter des Monats: Jürgen Hensel


Weltcup-Premiere für Präsident Hensel

Willingen (nv/ni). Blau-Weiß-Gelb – die Farben des Ski-Clubs Willingen begleiten Jürgen Hensel seit Kindertagen. Beim Weltcup-Skispringen auf der Mühlenkopfschanze vom 6. bis 8. Februar feiert der Willinger dennoch eine Premiere: Erstmals gehen die weltbesten Skispringer unter Regie des SCW-Präsidenten Jürgen Hensel über den Bakken.
Als Langläufer und Biathlet geht Hensel einst für den größten Verein seiner Upländer Heimat in die Spur. Gemeinsam mit seinen Teamgefährten erringt er zwei deutsche Vizemeistertitel in der Staffel. Die Arbeit als Biathlon-Trainer und Funktionär schließt sich an. Von 1992 bis 2008 zeichnet der Steuerfachangestellte für die Finanzen des Vereins verantwortlich.
Daumen hoch: SCW-Präsident Jürgen Hensel nach dem ersten Weltcup unter seiner Regie vom 6. bis 8. Februar. (Foto: Archiv/ni)
Nach Rücktritt von SCW-Präsident Christian Trögeler wählen ihn die Mitglieder im Mai 2008 zum Präsidenten. Der 47-Jährige komplettiert das Präsidenten-Trio, zu dem ebenfalls Walter Frosch und Wilhelm Saure gehören.

Hensel, der zugleich an die Spitze des Weltcup-Organisationskomitees rückt, ist maßgeblich für die Aufnahme Willingens in die FIS Team-Tour verantwortlich. Die Premiere im Februar gelingt und sichert den Willingern für die nächsten Jahre einen festen Weltcup-Termin.

Da Vollblutsportler Hensel – im Sommer ist er vor allem mit dem Rad unterwegs – immer das nächste Ziel im Auge hat, hat er sich auch für die Zukunft einiges vorgenommen: Der Bau einer Flutlichtanlage, eines neuen Kampfrichterturms sowie die Installation von Windnetzen sind geplant. Darüber hinaus besteht der Ski-Club Willingen 2010 seit 100 Jahren, und das wollen die Upländer mit mehreren Veranstaltungen feiern – natürlich unter Regie von Jürgen Hensel, dem WLZ-FZ-Gestalter des Monats Februar.

Nach dem Weltcup ist vor dem Weltcup


Der Ski-Club Willingen bilanziert einen gelungenen Start in die Team-Tour – und hat schon den nächsten Termin


Willingen (ni). Die Norweger nutzten die Gelegenheit und trainierten schon am Morgen nach dem Willinger Weltcup wieder auf der Mühlenkopfschanze. Während Anders Jacobsen und Co. am Fluggefühl feilten und reihenweise die mit Tannenreisig markierte 150-Meter-Marke übersprangen, liefen die Aufräum- und Abbauarbeiten bereits auf Hochtouren.
„Es hat alles geklappt", freute sich OK-Chef Jürgen Hensel am Tag danach, „dafür gilt mein Dank allen Helfern." Bereits am Sonntag hatten er und sein Präsidenten-Kollege Walter Frosch beim Ausklang im großen Festzelt die „Free Willis" persönlich für die geleistete Arbeit gelobt.
Das kam gestern Abend in Hensels Begrüßungsrede beim Helferfest ebenfalls noch einmal zum Ausdruck. „Ich bin beeindruckt, wie alle an einem Strang ziehen."

Zurückblicken können alle zusammen auf ein gelungenes Wochenende mit insgesamt 35 500 Zuschauern. Vor allem die Party-Stimmung der 18 500 Besucher am Samstag trotz Dauerregens hatte allerorts, bei Sportlern wie Funktionären gleichermaßen, für Bewunderung gesorgt. „Gewinner war da eigentlich nicht das österreichische Team, sondern unsere Zuschauer, die fünf, sechs Stunden fröhlich ausgehalten haben", erklärte Hensel.

Zugleich wurde mit 1500 Zuschauern mehr als 2008 der langjährige Abwärtstrend gestoppt. „Wir dürfen uns aber darauf nicht ausruhen, sondern müssen uns weiter Gedanken machen, wie wir noch mehr Leute wieder an die Schanze bekommen", sagte Hensel.

Einen Verlierer gab es vielleicht doch – Schanzensprecher Reiner Dierkes. Auch im Gästebuch auf der Homepage www.weltcup-willingen.de wird der Stimme der neuen Team-Tour ein schlechtes Zeugnis („eine Katastrophe") ausgestellt. Die drei Ausrichterorte mussten auf ihre angestammten Sprecher verzichten, weil der Internationale Ski-Verband einen gemeinsamen Ansager gefordert hatte. Eine Entscheidung, die zumindest überdacht werden muss.

Während die Norweger (und auch die Koreaner) die nächsten Trainingssprünge in den kritischen Bereich setzten, zogen Arbeiter schon die Plane vom Festzelt, war der meiste Müll schon entsorgt. Auch in der Nacharbeitung greift das Räderwerk gut ineinander. Zumindest Jürgen Hensel, Walter Frosch und Schanzenchef Wolfgang Schlüter haben vom Skispringen noch nicht genug, fahren sie doch bereits morgen zur nächsten Station der Team-Tour nach Klingenthal.

Mit dabei ist auch Dieter Schütz als Pressechef der neuen Tournee mit fünf Springen. Am Sonntag nach dem Skifliegen überreicht Hensel dann mit den Skiclub-Präsidenten aus Klingenthal und Oberstdorf die Schecks und Preise an die Gewinner.

Ein Geheimnis des Willinger Erfolgs ist auch, dass schon während des Weltcups wieder vor dem Weltcup ist. So staunten die Brötchenholer am frühen Sonntagmorgen nicht schlecht, als auf den Plakaten schon das Datum 29. bis 31. Januar 2010 prangte. „Die Termine sind bis 2014 schon fest, das hat es vorher nicht gegeben", unterstrich Hensel noch einmal die Planungssicherheit für die nächsten fünf Jahre Weltcup. Als wenn er dahinter noch ein Ausrufezeichen setzen wollte, landete Anders Jacobsen bei seinem letzten Trainingssprung bei 155 Meter.

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