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Vöhl/Darmstadt. Der Förderkreis der Vöhler Synagoge bekam gestern in Darmstadt den mit 5000 Euro dotierten Hessischen Denkmalschutzpreis verliehen. Die „herausragende Sanierung" des Gebäudes hatte die Jury überzeugt.
Sie haben viele Stunden diskutiert und beraten, Pläne gewälzt, über sie gestritten und schließlich selber Hand angelegt. Der Einsatz der Förderkreismitglieder für die Vöhler Synagoge wird nun belohnt: Gestern Morgen erhielten sie in Darmstadt den Hessischen Denkmalschutzpreis.
„Das war eine große Überraschung für uns", erzählt Förderkreisvorsitzender Kurt-Willi? Julius, „und wir sind auch ein bisschen stolz." Gemeinsam mit Künstlerin E. R. Nele und Architekt Klaus Hömberg nahm er in Darmstadt den Preis entgegen.
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Die Freude war groß bei der Preisverleihung in Darmstadt: Dr. Gerd Weiß (Denkmalpflege Hessen), Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann, Kurt-Willi Julius, Künstlerin E. R. Nele, Heinz-Georg Sundermann (Lotterie-Treuhandgesellschaft) und Architekt Klaus Hömberg (v.r.).Foto: pr
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Der größte Teil des Preisgeldes geht in diesem Jahr nach Vöhl. Weil die Synagoge im Sinne ihrer Geschichte saniert worden und mit ihrem Kulturprogramm inzwischen ein Leuchtturm weit über die Kreis- und Landesgrenzen hinaus sei, habe sie den Denkmalschutzpreis verdient, befand die Jury.
„Wir haben den Preis für ein Projekt erhalten, das noch gar nicht abgeschlossen ist", wundern sich Kurt-Willi Julius und Beiratsvorsitzender Karl-Heinz Stadtler. Und die Freude ist groß: „Denn jetzt können wir weitermachen". Vor allem aus Geldmangel habe man in den vergangenen zwei Jahren keine großen Sprünge machen können. Schließlich brauche man auch für die Beantragung von Fördermitteln einen Finanzierungsgrundstock, räumt Julius ein. Und der war vorerst aufgebraucht. Mit dem Preisgeld können nun Technik und Fußboden in den Wohnräumen in Angriff genommen, die Museumsräume gestaltet werden. Langfristig soll die Archivkammer ausgebaut, die Treppe nach oben gesichert und Balken im Dach ausgewechselt werden. Insgesamt werden diese Arbeiten mit rund 45 000 Euro zu Buche schlagen.
Aber die Mitglieder des Fördervereins sind optimistisch: „Schließlich hätten wir vor zehn Jahren auch nicht gedacht, so weit zu kommen", gibt Julius zu und wirft einen Blick in die bewegte Vergangenheit. „Die Synagoge war in Vergessenheit geraten, als sich der Geschichtsverein Itter 1999 für den Erhalt des Gebäudes einsetzte", erinnert er sich. 40 000 Euro ließ sich die Gemeinde den Kauf der Synagoge schließlich kosten, der Förderkreis wurde gegründet. Bereits im Frühjahr 2000 fanden erste Reparaturen am Dach statt. Ein Jahr später wagte der Förderkreis den ersten großen Schritt und erneuerte die Fassaden. „Die Synagoge sollte ihren Charakter behalten", erinnert sich Julius, „wir wollten sie nicht glätten, sondern die Besucher in eine Zeit vor 70 Jahren zurückversetzen."
Der Förderkreis blieb seinen Vorsätzen treu: Der Sakralraum wurde in Abstimmung mit der Denkmalpflege und unter weitgehender Erhaltung der historischen Substanz wiederhergestellt. Am hölzernen Gewölbe mit dem aufgemalten blauen Sternenhimmel wurden nur einzelne morsche Bretter ausgetauscht. Die Sandsteinfußbodenplatten wurden wieder verlegt und der Putz mit dem vorhandenen Schatten des verlorenen Thora-Schreins wurde an der Stirnseite des Saals belassen. „Wir haben viel bewegen können", freuen sich Julius und Stadtler und denken dabei auch an das Kulturprogramm, das inzwischen viele Tausend Besucher in die Synagoge geholt hat. Viele Preise und Zuschüsse haben die Vöhler seitdem erhalten.
Und wenn jüdische Menschen sich an diesem Ort wieder wohlfühlen, Besucher mit mehr Offenheit die Synagoge verlassen und Menschen Anstöße zum Weiterdenken mitnehmen: „Dann hat sich der Einsatz gelohnt", sind sich beide einig.
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