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„Der ländliche Raum darf in den politischen Diskussionen nicht vergessen werden. Hessen besteht nicht nur aus dem Finanzdienstleistungszentrum Frankfurt, sondern aus allen Orten und Regionen", sagte Wirtschaftsminister Dieter Posch. Die hohe Qualität der Beiträge und das große Engagement der Bürger zeige, dass die hessischen Dörfer für die Zukunft gerüstet sind. Zur Überreichung der Urkunden kamen Vertreter aller 19 Orte auf die Bühne.
Ideen schmieden
In seinem Grußwort ging Kleinerns Ortsvorsteher Werner Waid auf die vielen Feste von „Lustig Kleinern" ein. Er erwähnte den Almabtrieb und lud alle Anwesenden zum Kartoffelfest am kommenden Samstag ein. Die mittlerweile schon zehnte Teilnahme habe das Wir-Gefühl im Ort gestärkt und führte zu einer Aufbruchstimmung. Waid kündigte an, dass die Ideenschmiede für den Bundeswettbewerb schon auf „Volldampf" laufe.
Auf Platz eins (mit Dorferneuerung) landete Cölbe-Schönstadt „quasi aus dem Stand heraus", wie es Ortsvorsteherin Carola Carius formulierte. Aufgearbeitete Dorfge-schichte, Rittergut Fleckenbühl und Schloss sowie die vielen Fachwerkhäuser, die Dank der gezielten Förderung herausgeputzt wurden, nannte sie als Gründe für das gute Abschneiden. Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Bläserchor 1901 Schönstadt, der schon den Anfang mit „The olympic spirit" passend gewählt hatte. Pfarrer i. R. Ulf Häbel aus Laubach-Freienseen berührte die Gäste mit seinem Bericht aus einem ganz alltäglichen Dorf.
„Menschen in Kontakt bringen, Unterschiedlichkeiten zulassen und akzeptieren" ist seine Devise. „Ein Dorf hat Zukunft, wenn man nach den Menschen fragt", sagte er. Die Jugendtheatergruppe Pfordt brachte mit ihren Sketchen die Gäste zum Lachen. Die Einradgruppe aus Kleinern sowie die „Burgwaldskälwer", eine Trachtengruppe aus Wetter-Oberrosphe, erfreuten die Zuschauer sowohl sportlich als auch tänzerisch.
Ihre Eindrücke vor Ort beschrieb Roswitha Rüschendorf, Vorsitzende der Landesbewertungskommission vom Regierungspräsidium Kassel. „Wir haben Dörfer voller Energie und Tatendrang und darüber hinaus eine herzliche Gastfreundschaft erlebt", sagte sie. Die Veränderungen im dörflichen Alltag habe man sehen und fühlen können. „Für uns haben alle gewonnen." Sieger Gruppe A (mit Dorferneuerung): 1. Cölbe-Schönstadt, Landkreis Marburg-Biedenkopf; 2. Breuberg-Rai-Breitenbach, Odenwaldkreis; 3. Schlitz-Pfordt, Vogelsbergkreis.
Sieger Gruppe B (ohne Dorferneuerung): 1. Edertal-Kleinern, Landkreis Waldeck-Frankenberg; 2. Wetter-Oberrosphe, Landkreis Marburg-Biedenkopf; 3. Bad Sooden-Allendorf-Kleinvach, Werra-Meißner-Kreis .
Die Erstplatzierten erhalten jeweils 5000 Euro, die Zweitplatzierten 3000 und die Drittplatzierten 2000 Euro. Ein Sonderpreis ging an Kalbach-Heubach für herausragende Gemeinschaftsleistungen. Mit einer Urkunde wurde der Förderverein für die Sanierung und Neunutzung der ehemaligen Landessynagoge geehrt.
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