Vorbild des Monats: Volker Becker und Albert Brüne


Einsatz für Einheit Bontkirchens


Korbach. Während Millionen Deutsche in diesen Wochen den Mauerfall und das vereinte Deutschland feiern, freuen sich 22 Bontkirchener über die Verschiebung der Landesgrenze und den Zusammenschluss ihres Dorfes. Viele Jahrzehnte hatten die Anlieger der „Willinger Straße" dafür gekämpft. Sie fühlten sich als Bontkirchener und damit Nordrhein-Westfalen. Formal gehörten sie jedoch zum fünf Kilometer entfernten Diemelseer Ortsteil Stormbruch und damit zu Hessen. Dieser kleine, aber feine Unterschied machte ihnen vor allem bei Behördengängen das Leben schwer.

In der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November trat die lang ersehnte Grenzverschiebung in Kraft. Zur Feierstunde mit Festzug am vergangenen Samstag flog NRW-Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers mit dem Helikopter in Bontkirchen ein, ...
Menschen vor Bürokratie: Diemelsees Bürgermeister Volker Becker (l.) und Bontkirchens ehemaliger Ortsvorsteher Albert Brüne setzten sich für die Grenzverschiebung ein. Archivfoto: Demski


Könner des Monats: Bodo Specht


Feurige Innovation aus Hatzfeld


Frankenberg. Wer einen von Bodo Spechts Kaminöfen in seinem Wohnzimmer stehen hat, sieht die Flamme doppelt – und das liegt nicht zwingend am übermäßigen Genuss alkoholischer Getränke. In den modernen Xeoos-Öfen des Hatzfelder Ofenherstellers Specht lodern tatsächlich zwei Flammen. Es gibt zwei übereinanderliegende Feuerräume. Im unteren werden die Abgase aus dem oberen verbrannt. Das ist nicht nur schön warm, sondern auch besonders effizient, schadstoffarm – und überaus innovativ.

Für diese Erfindung wurden Specht und sein Unternehmen mit Sitz in Reddighausen Ende Oktober von Ministerpräsident Roland Koch als „Hessen-Champion" in der Kategorie „Neue Produkte und Entwicklungen" ausgezeichnet. Specht hat die Firma zusammen mit seinem Vater 2002 gegründet, sie ist quasi ein Ableger von Specht Stahl- und Apparatebau, die unter anderem Transportgestelle und Lagerbehälter für die Autoindustrie herstellt.
Bodo Spechts Firma ist ein „Hessen-Champion".Foto: Archiv

Gestalter des Monats: Ideenschmiede in Edertal-Kleinern


Daumen hoch für das Bundesfinale


Edertal-Kleinern. „Lustig Kleinern" ist auf der Überholspur: Das Dorf im Wesetal punktete beim Landesentscheid „Unser Dorf" mit Energie und Einfallsreichtum und wurde in Melsungen als Landessieger 2009 beim 33. Landesentscheid geehrt. Der Hessensieger fiebert bereits dem Bundesfinale im Jahr 2010 entgegen.

Die mittlerweile zehnte Teilnahme des Edertaler Ortsteils am Wettbewerb „Unser Dorf" hat laut Ortsvorsteher Werner Waid das Wir-Gefühl im Dorf deutlich gestärkt und führte zu einer Aufbruchstimmung. Schmunzelnd lässt der Ortsvorsteher wissen, dass die Ideenschmiede für den Bundeswettbewerb längst auf Volldampf laufe. Kleinern ist bekannt als Gastgeber vieler gut besuchter Feste, ...
Daumen hoch und Ärmel hochkrempeln: Die Ideenschmiede in Kleinern für das Bundesfinale läuft bereits auf Volldampf.Foto: Matthias Schuldt

Einsteiger des Monats: Sonja Lehmann


Die Frau am Bau


Edertal-Anraff. Cellistin Sonja Lehmann liebt im Beruf die leisen Töne. Aber wenn die Musiklehrerin ihr Instrument abends beiseitelegt, dann dröhnen laut die Baumaschinen in ihrem alten Fachwerkhaus. Die 40-Jährige hat sich ein 250 Jahre altes Haus im Dorfkern von Anraff gekauft – sanierungsbedürftig vom Keller bis zum Dach. Das renoviert die junge Frau seit einigen Jahren mit Herzblut und Energie. Das Ende ist noch lange nicht in Sicht.
Sämtliche Kenntnisse im fachgerechten Ausbau und im Umgang mit den Baumaschinen hat sich die Hobby-Handwerkerin beim Bauen selbst angeeignet. Das Heim ist für Lehmann eine Lebensaufgabe.
Selbst ist die Frau: Sonja Lehmann renoviert ein 250 Jahre altes Haus in Anraff.Foto: Conny Höhne

Stimmungsmacher des Monats: Kirmesburschen und -mädels


Die Kirmes mit der Extraportion


Korbach-Meineringhausen. Licht aus, Spot an: Wenn die Meineringhäuser Kirmesburschen und -mädels ihr Showprogramm abspulen, ist in der Walmehalle in der Regel kein Stuhl mehr frei. Die Showeinlagen zum Kirmes-Abschluss sind mittlerweile gute Tradition, die jungen Leute echte Profis auf den Brettern, die die Welt bedeuten: Mit Highlights aus bekannten Musicals oder gar einem Theaterstück begeisterten sie in den vergangenen Jahren ihr Publikum. Die Erwartungen sind dementsprechend hochgesteckt. Mit ihrer „Comedy- und Dance-Show" haben die jungen Meineringhäuser aber auch in diesem Jahr wieder voll ins Schwarze getroffen.(lb)
Sie können mehr als nur Kirmes: Die Kirmesburschen und -mädels aus Meineringhausen locken Jahr für Jahr das halbe Dorf mit ihren professionellen Showeinlagen hinterm Ofen hervor – hier mit einer exotischen Tanzvorführung im Baströckchen.
Foto: Lutz Benseler

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